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   Zentrale Sprach- und Sprechstörungenstörungen
 

 

Dysarthrien bzw. Dysathrophonien
Aphasie

 

 

Dysarthrien bzw. Dysathrophonien

„... die Leute dachten, ich sei nicht ganz klar im Kopf, weil ich so verwaschen (undeutlich) sprach. Einer fragte mich, ob ich Alkohol getrunken hätte. Beschämt zog ich mich immer mehr zurück. Dabei bin ich ganz klar im Kopf – aber das Sprechen fällt mir schwer.“

Dysarthrien bzw. Dysathrophonien sind neurologisch bedingte Störungen, die je nach Grad und Ausprägung der Schädigung des Gehirns sehr unterschiedliche Symptome hervorrufen können.

Ursachen von Dysarthrien

  • zerebrovaskuläre Erkrankungen (z.B. Schlaganfall)
  • degenerative Erkrankungen (z.B. Morbus Parkinson)
  • Schädelhirntrauma
  • entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems (z.B. multiple Sklerose)

Das eigentliche Sprachsystem bestehend aus Sprachverständnis, Grammatik, Wortschatz, Lesen und Schreiben ist unbeeinträchtigt, lediglich der „Motor“ für das Sprechen ist gestört.
Kurz gesagt: Klarer Geist – unklares Srechen.

Sprechen wird durch das Zusammenspiel von drei separaten Systemen (Funktionen) möglich:

  • Atmung
  • Stimme
  • Artikulation

Bei einer Dysarthrie können folgende Veränderungen der Sprechweise beobachtet werden:

  • das Sprechen ist verwaschen und undeutlich
  • die Sprechgeschwindigkeit ist beschleunigt oder verlangsamt
  • die Stimme klingt heiser, leiser, rauh oder gepresst
  • manchmal wirkt das Sprechen monoton oder abgehackt
  • es tritt Kurzatmigkeit auf

Lebensalltag mit Dysarthrie bzw. Dysarthrophonie
Eine Dysarthrie stellt fast immer eine Kommunikationsstörung dar, die sowohl SprecherIn als auch ZuhörerIn behindert.
Aussagen werden oft nicht oder falsch verstanden, wobei es zu Missverständnissen und ungeduldigen Reaktionen kommen kann.
Teilweise wird das Sprechen gemieden, weil es anstrengend ist und Menschen mit einer Dysarthrie schneller ermüden.
Sozialer Rückzug in Beruf, Familie und Freundeskreis können oft die Folgen sein.

Logopädische Therapie
Die Ziele der Therapie können je nach Ursache, Schweregrad der Störung und individuellen Bedürfnissen der Patienten sehr unterschiedlich sein.
Oberstes Ziel ist jedoch immer der Erhalt oder die (Wieder-) Herstellung der Sprechverständlichkeit durch

  • Aktivierung der Bewegungsfähigkeit der Sprechmuskulatur
  • Koordination von Atmung und Stimme
  • Verbesserung der Stimmqualität und Artikulationsschärfe
  • Kompensation der Störung

Die logopädische Therapie erfolgt nach genauer Abklärung der Ursachen durch den Neurologen 1 – 2 mal wöchentlich, nach ärztlicher Verordnung und wird von allen Kassen bezahlt.

Wenn Sie Fragen zum Thema Dysarthrie haben, von Ihren Erfahrungen berichten möchten oder Beratung/Therapie wünschen, rufen Sie uns an. Wir helfen gern weiter.

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Aphasie

Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung, die nach einer Schädigung der linken Hirnhälfte auftreten kann. Ursache solch einer Schädigung ist in vielen Fällen ein Schlaganfall. Auch Hirnblutungen, Hirntumore oder Schädel – Hirnverletzungen können aphasische Störungen verursachen.

Das Wort „Aphasie“ ist ein medizinischer Fachbegriff und bedeutet soviel wie Sprachlosigkeit. Es handelt sich bei Aphasie nicht in jedem Fall um einen totalen Sprachverlust. Je nach Ausmaß und Lokalisation der Schädigung des Gehirns tritt die Sprachstörung in unterschiedlichen Schweregraden auf.

Intelligenz und Bewusstsein sind nicht betroffen, beeinträchtigt sind folgende wichtige Leistungsbereiche der Sprache:

  • Verstehen (gesprochener und geschriebener Sprache)
    Aphasiker haben häufig Schwierigkeiten, gesprochene und geschriebene Sprache zu verstehen. Viele Betroffene können (nicht immer) einem Gespräch folgen oder verstehen bestimmte Äußerungen falsch, besonders dann, wenn sehr schnell gesprochen wird oder mehrere Personen am Gespräch beteiligt sind.
  • Sprechen und Schreiben
    Viele Aphasiker haben Mühe, sich spontan zu äußern, wenn sie angesprochen werden und antworten wollen. Manche Aphasiker finden in Gesprächssituationen nicht die passenden Wörter, sie haben Wortfindungsstörungen (Symptome einer Amnestischen Aphasie).
    Andere sprechen sehr langsam und es treten Fehler im Satzbau auf, der einem Telegrammstil ähnelt (Symptome einer Broca – Aphasie).
    Einige Aphasiker sprechen dagegen flüssig in langen komplexen Sätzen, verlieren aber den roten Faden (Abweichung von der intendierten Äußerung) und es kommt zu Satzabbrüchen (Symptome einer Wernicke – Aphasie).
    Die Fähigkeit zu schreiben ist oft im gleichen Maße und in der gleichen Weise betroffen wie die Sprachfähigkeit.

Was bedeutet Aphasie für die Betroffenen und ihr soziales Umfeld?
Für die Betroffenen:

  • Aphasiker haben in den meisten Fällen ein ungestörtes Denkvermögen.
  • Aphasiker scheinen oft ein besseres Sprachverständnis zu haben, als es in Wirklichkeit der Fall ist.
  • Aphasiker sind oft emotional instabil.
  • Aphasiker brauchen Zeit und Ruhe zum Verstehen, Reagieren und Antworten.
  • Aphasiker haben auch beim Lesen und Schreiben Schwierigkeiten.

Für die Angehörigen:
Die Aphasie trifft zwar einen Einzelnen, hat aber immer gravierende Auswirkungen auf das Leben der nächsten Angehörigen. Die Kommunikation mit Aphasikern ist zwar sicher erschwert, aber nicht unmöglich.
Einige Hilfestellungen für die Kommunikation mit Aphasikern:

  • Geduld bewahren! Zuhören bedeutet: Warten!
  • Den Wortlaut der eigenen Äußerung variieren!
  • Auf den Inhalt achten, die sprachliche Form überhören.
  • Sich in die aphasische Sprache einhören.

Wichtig:
Angehörige und Freunde sind nicht für die Sprachtherapie zuständig, sondern für die Lebensqualität, eine befriedigende Gestaltung des Alltags und den liebevollen Umgang mit dem Aphasiker.

Logopädische Behandlung
Ziel jeder logopädischen Behandlung ist es, dass Aphasiker lernen, ihre Verständigungsfähigkeit zu verbessern und ihre verbliebenen kommunikativen Fähigkeiten zu optimieren.

Dazu wenden Logopädinnen spezielle therapeutische Methoden an, die nichts mit Sprechübungen aus der Schulzeit oder mit Fremdsprachenunterricht zu tun haben.
Für jeden Aphasiker wird nach Auswertung eines standardisierten Testverfahrens ein individueller Behandlungsplan entworfen. Vielfältige auch nichtsprachliche Übungen wie Entspannung, Konzentrationstraining und das Trainieren praktischer Handlungen gehören zu den Mitteln der Logopäden. Sie werden nach individuellen Bedürfnissen und den Ergebnissen der Diagnose eingesetzt.

Eine Aphasiebehandlung ist eine Langzeittherapie und kann sich oft über mehrere Jahre hinziehen. Bringen die Betroffenen viel Geduld und Motivation mit, können große Fortschritte erreicht werden.

Die logopädische Therapie erfolgt nach ärztlicher Verordnung (Neurologen) und wird von allen Kassen bezahlt.

Wenn Sie Fragen zum Thema Aphasie haben, von Ihren Erfahrungen berichten möchten oder Beratung/Therapie wünschen, rufen Sie uns an. Wir helfen gern weiter. Aphasiker müssen aus ihrer Isolation herausgeführt werden, um weiterhin ein erfülltes Leben in ihrem sozialen Umfeld führen zu können.

Ein wesentlicher Bestandteil einer logopädischen Therapie ist daher auch das Miteinbeziehen der nächsten Angehörigen, der Lebenspartner.

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