Unsere Praxis
Unser Team
Kontakt
Impressum

 

  Stottern bei Erwachsenen und Jugendlichen

„Ich möchte mein Stottern genau wahrnehmen, sonst kann ich es nicht verändern.“
„Ich möchte keine schwierige Stelle beim Sprechen umgehen.“

Diese Aussprüche stotternder Menschen sagen etwas aus über den Therapieansatz, den wir in unserer Praxis anwenden.

Stottersymptome sollen nicht vermieden, sondern verändert werden. Der Stotternde lernt, auf seine Blockaden besser zu reagieren. Es werden Sprechtechniken bei den Wörtern eingesetzt, bei denen Stottern tatsächlich auftritt. Anstatt mit Anstrengung und Ankämpfen zu reagieren, wird Stottern durch bewusste Sprechkontrolle erleichtert oder aufgelöst.

Viele Stotternde versuchen mit allen Mitteln Stottern zu vermeiden. Sie verzögern den Sprechbeginn durch Satzabbrüche und Wiederholungen oder durch Einschübe von Floskeln wie „also“ oder „na“. Sie ersetzen blitzschnell risikoreiche Wörter oder bauen Sätze um. Eine Möglichkeit- und dies ist die Ungünstigste- ist es, nicht zu sprechen und den Kontakt zu vermeiden oder vorzeitig zu beenden. Dieses sprachliche und situative Vermeideverhalten gilt es zu erkennen und zu reduzieren. Das Ziel ist, freier und offensiver zu sprechen - auch mit Stottern- den Kontakt selbstbestimmt zu gestalten und ohne Zögern zu kommunizieren.

Stottern ist fast immer mit körperlicher Anspannung verbunden. Die blockierten Körperstellen wahrzunehmen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, ist ebenfalls Inhalt einer logopädischen Stottertherapie. Dabei geht es sowohl um das Erlernen gesamtkörperlicher Entspannung als auch um den Erwerb der Fähigkeit, im Augenblick der Stotterblockade die entsprechend blockierten Muskelgruppen zu lösen und anstrengungsfrei weiter zu sprechen.

Vielleicht haben Sie häufig folgende Situation erlebt. Sie wissen, dass Sie bald sprechen müssen. Die Augen Ihrer Zuhörer oder Ihres Zuhörers sind auf Sie gerichtet. Sie spüren den Druck, der in Ihnen aufsteigt. Sie spüren ihn körperlich: der Atem geht schneller, das Gesicht wird heiß, die Hände werden feucht, das Herz klopft lauter und schneller, die Schultern verspannen sich, sie ziehen den Kopf ein oder schauen nach unten. Sie spüren den Druck in Ihren Gedanken und Gefühlen. Sie haben negative Erwartungen („Sicher werde ich wieder stottern“ oder „Was der jetzt wieder von mir denkt“). Sie werden Ihren Satz unter Anspannung beginnen und mit Anstrengung versuchen, nicht zu stottern. Oder Sie werden im letzten Augenblick der Situation aus dem Weg gehen.

Sie können lernen, diesem Ihnen vielleicht vertrauten Muster eine andere, kraftsparendere und befriedigendere Lösung entgegenzusetzen. Im Rahmen desensibilisierender Arbeit, werden wir in der Therapie und im „In-Vivo-Training“ angstbesetzte Situation durchspielen und angemessenere Strategien finden, sowohl was die Sprechweise betrifft als auch Ihre mentale Befindlichkeit.

  1. Zusammenfassung unseres Therapieansatzes:
    Erarbeitung eines flüssigeren, anstrengungsfreien Sprechens mit Reduzierung der Symptome bzgl. Stärke und Häufigkeit.
    Methoden:
    -Identifikation der primären und sekundären Stottersymptomatik.
    -Bewusstmachung und Erweiterung der flüssigen Anteile des Sprechens mit differenzierter Wahrnehmung und Variation von Artikulation, Stimm- Sprech -und Körperausdruck.
    -Erlernen einer Modifikationstechnik, die sicher beim Stotterereignis eingesetzt werden kann.
  2. Finden der Bedingungen für eine individuell befriedigende Kommunikation mit je nach Lebenssituation und Persönlichkeit des Klienten herauszuarbeitenden Teilzielen:
    -Wecken von Kommunikationsbereitschaft und Sprechfreude.
    -Verbesserung der Gestaltung von zwischenmenschlichen Kontakten im privaten und beruflichen Alltag.
    -Erreichen von verbaler und körpersprachlicher Präsenz im Vortrag, im Dialog und in der Gruppe.
    -Finden eines neuen kognitiven Umgangs mit dem eigenen „Versagen“, mit ängstigenden Gedanken und Gefühlen sowie festen Überzeugungen.
    -Offenheit in der Wahrnehmung und Zutrauen in die eigene Kommunikationsfähigkeit finden, Spontaneität zulassen.
    -Körperbezogene Arbeit zur Sensibilisierung der Wahrnehmung und zur willentlichen Entspannung in der jeweiligen fordernden Sprechsituation.

Methoden:
Techniken zur Selbststeuerung, Audio- und Videofeedback, In-vivo-Arbeit, Rollenspiel und therapeutische Improvisation, Anleitung zur Eigenarbeit mit therapeutischen Hausaufgaben, Körperarbeit nach Feldenkrais, Progressive Muskelentspannung.

Grosse Unterstützung finden viele stotternde Menschen in den ortsansässigen Selbsthilfegruppen oder indem sie das vielfältige Seminar- und Beratungsangebot der Bundesvereinigung Stottererselbsthilfe mit Sitz in Köln in Anspruch nehmen. Wir werden Sie zu einer möglichen Kontaktaufnahme ermuntern. Im Therapieverlauf kann dies überaus hilfreich sein, da Sie auf diese Weise einen freieren und offenen Umgang mit dem Stottern einüben. Informationen zur Bundesvereinigung finden sie unter www.bvss.de.

Weitere ausführliche Informationen zum Thema Stottern, zu Therapieansätzen und Hilfe bei der Therapeutensuche finden Sie auf der Homepage der „Interdisziplinären Vereinigung der Stottertherapeuten e.V.“ unter
www.ivs-online.de

–zurück–

     
     


WebdesignInternetkatalog